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Foto: Acardo/Base/Fotolia

Mobile Wallet: Zusatzangebote entscheiden

Die vier Mobilfunkbetreiber Telekom, Vodafone, E-Plus und O2 setzen alle auf die Mobile-Payment-Funktion moderner Smartphones. Doch für die erhoffte Verbraucherakzeptanz werden die Zusatzangebote in der Wallet den Ausschlag geben.

Rund 300 Gramm wiegt ein normales Portemonnaie, selbst wenn sich das Hartgeld darin in Grenzen hält. Jobticket, Zugangskarten, Geld-, Kredit- und vor allem zahlreiche Kundenkarten machen es immer unhandlicher. Ein Smartphone wiegt knapp die Hälfte, ist flacher und bietet natürlich all seine Funktionalitäten dazu. Kein Wunder also, dass gerade jüngere Konsumenten immer häufiger das Smartphone auch als „Geldbörse“ nutzen.

Diesen Trend haben die Mobilfunkanbieter erkannt und präsentieren inzwischen marktreife Bezahl-Lösungen für den Praxiseinsatz. Der Schlüssel für die Bezahlfunktion per Smartphone ist die Near Field Communication (NFC), welche die vier genannten Mobilfunkanbieter einsetzen. Einen „Engpass“ stellt derzeit noch die Marktdurchdringung NFC-fähiger Smartphones dar, auch wenn die NFC-Technologie bei den Smartphones auf dem Vormarsch ist. Während die Android-Fraktion mit Anbietern wie Samsung, Sony, HTC und LG sich schon seit Längerem auf den NFC-Standard festgelegt hat, hat nun auch Apple nachgezogen. Das neue iPhone 6 mit Bezahlfunktion könnte dem mobilen Bezahlen am Point of Sale zum Durchbruch verhelfen.

Couponing und Tickets

Markus Borgmann, Produktmanager M-Commerce bei Vodafone Deutschland, gibt sich begeistert: „Wir starten in eine neue Welt des Bezahlens. Denn einfache Anwendung und Transparenz des Bezahlprozesses sind einmalig. Unsere Kunden sehen sofort alle Transaktionen in ihrem Konto – wie bei einer normalen Geldbörse.“

Zwar steht die Bezahlfunktion für die Mobilfunkanbieter im Mittelpunkt, fast ebenso wichtig sind jedoch Zusatznutzen, die jeder Mobilfunkanbieter in sogenannten Wallets zusammenführt. Darin finden sich etwa Zugangslegitimationen (Access) zu Gebäuden oder Räumen und Ticket-Funktionen für Nahverkehr oder Jobtickets. Auch hat sich das Couponing als entscheidender Zusatznutzen erwiesen, das dem Konsumenten eine papierlose Abwicklung beispielsweise von Rabattaktionen bietet. Ob Payment, Access, Ticketing oder Couponing – die Funktionsangebote der Wallets sind einander sehr ähnlich.

Einheitlicher Standard für mobile Coupons.

Christoph Thye

Vorstand, Acardo Group

Seit dem Launch der Wallet des Mobilfunk-Providers Base im Sommer des Jahres 2014 stehen E-Plus-Kunden zunächst drei Anwendungen zur Verfügung: Payment bei rd. 30.000 Akzeptanzstellen, Couponing und Mitgliedskarten. Für die Zukunft sind auch Zugangs- und Ticket-Funktionen geplant. Für Mitarbeiter der Telekom ist die Nutzung der Access-Funktion bereits Realität. Das „My- Wallet“ der Telekom erlaubt ihnen den Zutritt zu den Gebäuden der Telekom und als Pilotfunktion die Einbindung des Jobtickets in das Smartphone. Allen „MyWallet“-Nutzern ist das bargeld- und kartenlose Bezahlen bei insgesamt rd. 40.000 NFC-fähigen POS-Terminals in Deutschland möglich. Vodafone sieht für Europa ein Potenzial von 1,3 Mio. Akzeptanzstellen.

Alle Wallets setzen auf Kooperationen mit international agierenden Kreditkartenunternehmen. Telekom, Telefónica (O2) und E-Plus (Base) arbeiten mit Mastercard zusammen, Vodafone mit Visa Europe. Allerdings kommen diese nicht kreditorisch, sondern aus Sicherheitsgründen ausschließlich als Prepaid-Variante zum Einsatz. Als weiteres Sicherungselement setzen alle Provider auf eine spezielle NFC-Sim-Karte, wie sie beispielsweise bei Vodafone standardmäßig seit einem Jahr an Neukunden ausgeliefert wird. Bestandsnutzer können ihre Sim-Karten bei allen Providern kostenlos in NFC-Sim-Karten umtauschen. Die Deutsche Telekom setzt neben einer Kreditkartenfunktion zukünftig auch auf ein mobiles Lastschriftverfahren. Dieses könnte im Lebensmitteleinzelhandel, wo nach wie vor wenig mit Kreditkarte bezahlt wird, aufgrund der geringeren Transaktionskosten auf Resonanz stoßen. Und auch die Hürden bei der Registrierung sollen geringer sein als bei der Beantragung einer neuen Kreditkarte.

Konsolidierung der Techniken

Da die Bezahlfunktion künftig ein Basisnutzen einer Wallet sein wird, wird die Attraktivität der in den Wallets zusammengestellten Zusatzfunktionen mit über die Akzeptanz entscheiden. Die Mobilfunkanbieter werben derzeit mit Anreizsystemen verstärkt um Kunden. So erhielten Wallet-Neukunden von Base für einen begrenzten Zeitraum ein Startguthaben von 20 Euro sowie einen Rabatt von 4 Euro auf ein Kinoticket von UCI Kinowelt, Cinemaxx oder Cineplex. E-Plus-Sprecher Jörg Borm kommentiert diese Aktion: „Es gibt zahlreiche Mobile-Wallet-Angebote. Zum Teil basieren diese auf unterschiedlichen Technologien und Einlösemechanismen. Wir erwarten allerdings, dass in den nächsten ein bis zwei Jahren eine Konsolidierung der verschiedenen Mobile-Wallet-Ansätze stattfinden wird.“

Beim Couponing setzen Deutsche Telekom, E-Plus und Vodafone auf die vom Couponing-Dienstleister Acardo entwickelte „Open Wallet“-Technologie. Diese stellt praktisch die Verbindung zwischen den Wallet-Apps und den Kassensystemen her. „Coupons werden zukünftig über eine Vielzahl von unterschiedlichen Apps verteilt“, sagt Christoph Thye, Vorstand der Acardo Group. „Der Handel kann unmöglich mehr als ein bis zwei Verfahren in seine Kasse integrieren. Daher bringt ein gemeinsamer Standard Vorteile für alle Marktbeteiligten, da alle mobilen Coupons einheitlich an der Kasse des Handels eingelöst werden können, unabhängig davon, aus welcher App sie kommen“, so Thye. Neben Edeka haben auch Hit, Coop und Wasgau sowie mehrere große Kinoketten die Lösung im Einsatz bzw. in Vorbereitung. Es bleibt abzuwarten, wie schnell nun weitere Händler ihre Systeme für die Wallets der Mobilfunkunternehmen vorbereiten.

Foto: Acardo/Base/Fotolia

Kontakt zum Autor: info@wirtschaftspublizist.de

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