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Eine Neuausstattung mit Wlan ist für Filialisten meist sehr kostenintensiv. (Foto: T-Systems)
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Den Datenfunk zukunftssicher machen

Der Einsatz von Wlan im Handel kennt heute zwei Szenarien. Zum einen sind es die verschiedenen Anwendungen durch den Händler selbst. Dazu gehören diverse Store-Operations wie Kommunikation, MDAs oder auch neue IoT-Anwendungen (Internet of Things) sowie zahlreiche Marketing-Anwendungen wie Ent-Anonymisierung von Kunden, dynamischer Werbe-Content (Digital Signage) oder das Generieren von Daten. Das zweite Szenario betrifft die Wlan-Nutzung durch die Konsumenten, die mit ihren Smartphones online im Markt sind und dort Preisvergleiche vornehmen, Produktinfos einholen oder auch nur privat online kommunizieren. Hier liegt der Nutzen also im der Kundenservice.

Eine Neuausstattung mit Wlan ist für Filialisten meist sehr kostenintensiv. Umso wichtiger ist die Planung einer zukunftssicheren Infrastruktur, sodass auch zukünftige Anwendungen betrieben werden können, die möglicherweise erst in drei oder fünf Jahren marktreif sind. Als konkrete Beispiele nennt Eike Folkerts, Consultant bei T-Systems International, den Einsatz von Robotern auf der Verkaufsfläche oder im Lager. Folkerts: „Viele unserer Kunden interessieren sich auch für den Einsatz von Drohnen.“ Prinzipiell sei davon auszugehen, dass die Anzahl der Anwendung stetig wächst und eine solide Infrastruktur dafür die Basis bildet, so Folkerts.

Blick in die Zukunft

Beispiele für neue Technologien mit Wlan-Relevanz:

Aus den Anforderungen leiten sich die Applikationen ab, die eingesetzt werden müssen. Dies sind im Wesentlichen Datenbank-, Web- und Streaming-Applikationen. Entscheidend ist weiter, wie groß die zu übertragende Datenmenge ist und welche Antwortzeiten maximal möglich sind. Daraus ergibt sich der Bedarf an Bandbreite. Die Bandbreite ist aus Sicht von Christian Schallenberg, Mitglied der Geschäftsführung von Lancom Systems, ein zentraler Punkt. „Weil die digitale Entwicklung, die Zahl der Endgeräte und Anwendungen immer weiter fortschreiten, muss die Bandbreite so groß sein, dass sie auch künftigen Anforderungen gewachsen ist.“ Derzeit setzt man laut Schallenberg dafür am besten auf den aktuellsten Wlan-Standard IEEE 802.11 ac.

Die Applikationen definieren die Anforderungen an die Infrastruktur. Obwohl die Wlan-Komponenten immer leistungsfähiger werden, gilt hier laut Eike Folkerts: „Die Physik gibt die Grenzen vor“. Konkret: Die Luft-Schnittstelle ist das Medium, in dem unterschiedliche „Funker“ miteinander in Konkurrenz um die beste Übertragungsmöglichkeit für ihre Daten stehen. Schnelle Wlan-Geräte konkurrieren mit langsamen, neue mit alten Geräten. Geräte, die nur wenige Daten schnell übertragen müssen, konkurrieren mit „Vielrednern“. In speziellen Bereichen des Handels (z. B. Smart Home oder Musik-Streaming) konkurriert das Infrastruktur-Wlan mit dem Wlan der Ware.

Konkurrenz im Luftraum

Aus all diesen Gründen kommt der richtigen Planung des Funkfeldes große Bedeutung zu. Jedes Wlan-Netz braucht zu seiner Verwaltung einen Overhead. Das Ziel muss es deshalb sein, so wenige SSIDs wie möglich einzurichten. Da die Ausbreitung der Signale von vielen kleinen Faktoren beeinflusst wird, muss die Ausleuchtung sorgfältig durchgeführt werden. Auch hier gelten besondere Regeln, so Folkerts: „Hohe Bandbreiten können nur in kleinen Funkzellen erreicht werden, und für Voice und Video muss Quality-of-Service eingerichtet werden.“

Eines der vielen Anwendungsszenarien für Wlan im Store ist die Steuerung von Electronic Shelf Labels. (Foto: Lancom)
Eines der vielen Anwendungsszenarien für Wlan im Store ist die Steuerung von Electronic Shelf Labels. (Foto: Lancom)

Die Netzwerkinfrastruktur muss in der Lage sein, verschiedene Applikationen in Form von virtuellen Netzen abzubilden. Online-Anbindungen lassen sich mittlerweile in beinahe jedem elektronischen Gerät in der Filiale finden – sei es der vernetzte Kaffeeautomat oder der Backautomat. Besonders im Hinblick auf eine ganzheitlich vernetzte Filiale (Smart Store) kommen neue IP-fähige Geräte in die Filiale – zum Beispiel Kühltruhen. Hier lautet das Stichwort Internet of Things (IoT). Grundsätzlich sollte die Vernetzung universell ausgelegt sein, sodass auch zukünftige Applikationen dasselbe Netz benutzen können. „Dabei ist es wichtig, eine Priorisierung bei der Verfügbarkeit und der Bandbreitennutzung festzulegen“, sagt Folkerts. „Es muss sichergestellt werden, dass Kassen und andere Business-kritische Anwendungen immer funktionieren.“

Einige Ladenbetreiber haben Bedenken hinsichtlich der Sicherheit, etwa ob die Daten ihrer Kunden im Netzwerk sicher sind oder ob Kriminelle geschäftliche Daten abgreifen können. „Mitprofessionellen Wlan-Geräten und korrekter Konfiguration braucht sich niemand Sorgen zu machen“, meint Christian Schallenberg. Vor allem müssen Filial- und Gastnetz strikt getrennt sein. Eine andere Hürde, vor der sich manche Händler sehen, ist der Arbeitsaufwand für den laufenden Betrieb. Denn auch nach dem Aufsetzen des Netzwerks ist immer wieder etwas daran zu tun.

Generell werden moderne Netzwerkstrukturen immer komplexer. Hochsichere Filialvernetzung, drahtlose Kommissionierung und elektronischer Zahlungsverkehr werden vorausgesetzt. Gleichzeitig sind Wlan-Hotspots für Kunden, ESL-Installationen (elektronische Regaletiketten) sowie die Integration externer Dienstleister gefragt. Darüber hinaus steigt die Zahl der Endgeräte, und Trends wie Bring-your-own-Device, Location-based-Services und Multichannel-Modelle stellen Netze vor weitere Herausforderungen.

Immer komplexer

„Das Netzwerk-Management der Zukunft begegnet diesen Herausforderungen“, so Schallenberg. „Es verwaltet alle Netzwerkkomponenten wie Router, Switches und Wlan-Access-Points zentral und voll automatisiert.“ Möglich ist das dank der modernen Software-defined-Networking-Technologie (SDN). Sie macht, so der Anspruch, Netzwerke jeder Größenordnung und Komplexität beherrschbar und vereinfacht aufwändige Prozesse, die früher oft Tage beanspruchten.

Kunden können für ihr Smartphone das Wlan im Store für einkaufsbezogene Aktionen oder aber einfach privat nutzen. (Foto: T-Systems)
Kunden können für ihr Smartphone das Wlan im Store für einkaufsbezogene Aktionen oder aber einfach privat nutzen. (Foto: T-Systems)

Die technischen und organisatorischen Voraussetzungen stehen also bereit, dass der Handel großflächig in Wlan einsteigen kann. Dass er das will, zeigt die aktuelle EHI-Studie „IT -Trends im Handel“: Kunden-Wlan wird von den Händlern als Muss-Kriterium bezeichnet. Sogar Unternehmen, die aufgrund ihrer kleinflächigen Filialen keine Vorteile für interne Prozesse sehen, wollen es ihren Kunden dennoch zur Verfügung stellen. 59 Prozent der befragten Unternehmen bieten diesen Service jetzt schon in ihren Filialen an, 21 Prozent wollen dies in den kommenden ein bis zwei Jahren tun. Eike Folkerts von T-Systems kann den Trend aus seiner Praxis bestätigen: „Wir erheben zwar keine Daten über die Verbreitung von Wlan im Handel, spüren jedoch eine extrem hohe Nachfrage. Vom Discounter über Fashion bis zum Baumarkt haben alle Interesse.“

Fotos (3): T-Systems (2), Lancom (1)

Weitere Informationen: redaktion@remove-this.ehi.org

Zukünftiges Wlan: Checkliste

2,4 und 5 GHz-Frequenzbereich
Die Access Points sollten gleichzeitig im 2,4 und 5 GHz-Frequenzbereich funken. Neuere Endgeräte bevorzugen den leistungsstärkeren 5 GHz-Frequenzbereich, während ältere Clients nur die 2,4 GHz-Frequenz unterstützen. Mit Access Points, die beide Frequenzen bedienen, ist gewährleistet, dass alle Teilnehmer ins Wlan eingebunden werden.

PCI-DSS-Konformität
PCI-DSS-Konformität (Payment Card Industry Data Security Standard) ist verpflichtende Voraussetzung für elektronischen Zahlungsverkehr. Mit konformen Access Points können beispielsweise Zahlungsterminals über das Wlan angebunden werden.

Hotspot-Funktionalität
Um ein Kunden-Wlan anbieten zu können, sollte die Wlan-Lösung über eine Hotspot-Funktionalität verfügen. Innerhalb der Netzwerkinfrastruktur müssen Filial- und Gastnetz strikt getrennt sein.

Zentrales Management
Die Netzwerkinfrastruktursollte über einzentrales, ggf. standortübergreifendes Managementsystem verwaltet werden können. Das vereinfacht die Arbeit des IT-Verantwortlichen und ist insbesondere wichtig für Filialstrukturen.

Moderner Wlan-Standard
Für die wachsende Anzahl modernster Endgeräte und die steigende Zahl paralleler Anwendungen ist ausreichend Bandbreite essenziell. Der Wlan-Standard IEEE 802.11ac ist dafür der aktuellste Maßstab und erfüllt die Voraussetzungen für reibungslose Nutzungserfahrungen im Wlan.

Unterstützung zukunftsfähiger Technologien
Die Netzwerklösung sollte die Voraussetzungen für moderne Technologien mitbringen. Idealerweise unterstützt der Access Point sowohl die Funktechnologie für die Ansteuerung von Electronic Shelf Labels als auch für iBeacon und stellt sicher, dass sich diese und das Wlan nicht gegenseitig beeinflussen.

Quelle: Lancom Systems