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Die Teilnehmer des Innovationsblocks von links nach rechts: Sebastian Mancke (Snabble), Hasan Cürük (Knauber), Alexander Schneider (Rapitag), Dr. Andreas Bley (Metralabs), Christoph Hofner (Vodafone), Bedeir Rizk (Qopius) und Christl Lauterbach (Future-Shap) - Foto: EHI/Steffen Hauser
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EHI Technologie Tage: Practices aus erster Hand

An langen Kassenschlangen anzustehen, gehört zu den Schmerzpunkten beim stationären Einkauf, darauf weist auch Alexander Schneider, Gründer und Geschäftsführer des Münchner Start-ups Rapitag hin. Für „Linderung“ dieses Schmerzes könnte die gleichnamige Technologielösung „Rapitag“ sorgen, die in Verbindung mit einer Mobile-Payment-Anwendung derzeit in einem Fachmarkt des Elektronikanbieters Saturn beim Sortimentsbereich Kopfhörer getestet wird. 

Zahlen per App: Pilotprojekt „Saturn Smartpay" (Foto: Saturn)
Zahlen per App: Pilotprojekt „Saturn Smartpay" (Foto: Saturn)

Wenn der Kunde das gewünschte Produkt am Regal ausgesucht und mit seiner Smartphone-App ohne Anstehen an der Kasse bezahlt hat, entsperrt sich die Produktsicherung automatisch, und der Kunde verlässt den Markt ohne den üblichen Kassiervorgang am Checkout. Die App liefert zudem Produktinformationen und aktuelle Preise und speichert einen digitalen Kassenbon. Liegt der gewünschte Kopfhörer nicht in der gewünschten Farbe im Regal, informiert die App über den Lagerbestand des Artikels in einer anderen Farbe. Auch die Heimbelieferung mit dem Artikel lässt sich über die App auslösen.

Intelligenter Fußboden

Das Konsumentenverhalten am POS analysieren und aus den Ergebnissen Optimierungsansätze für die Instore-Performance ableiten: Christl Lauterbach, Geschäftsführerin des IT-Unternehmens Future-Shape zeigte auf, wie sich mit einem „Sensorfußboden“ Informationen über das Kundenverhalten gewinnen lassen: „SensFloor“ ist eine Sensortechnologie, die flächendeckend unter dem Fußbodenbelag montiert wird. Die Technologie erkennt die Anzahl von Personen und die Gehrichtung der Personen im Store und kann die Besucherströme mit einer Heatmap visualisieren. 

Die Lösung lässt sich auch für das Bestandsmanagement nutzen: Sind die Regale mit Waren gefüllt, leuchtet am Bildschirm des Storemanagers eine grüne Farbe auf. Bei Produktentnahmen aus dem Regal zeigen weitere Farben an, wie viele Artikel noch vorrätig sind und ob Out-of-Stock-Situationen drohen. „SensFloor“ kommt ohne mechanische Teile aus, die Anwendung ist für den Kunden unsichtbar. 

Für Hasan Cürük, CIO des Filialunternehmens Knauber Freizeitmärkte und für Sebastian Mancke, Gründer und CEO des IT-Unternehmens Snabble, ist Self-Scanning mit dem Smartphone der nächste logische Schritt in der Entwicklung des stationären Einkaufs. Die beiden berichteten über die Erfahrungen mit einer mobilen Self-Scanning-Lösung, die auf Basis der Knauber-App funktioniert. Mit dieser Funktion kann der Kunde seine Artikel selbst mit dem eigenen Smartphone einscannen und dann mittels QR-Code an einer speziellen Kasse bezahlen. Damit, so die Referenten, können Knauber-Kunden das vom Online-Shopping gelernte Warenkorbprinzip nun auch beim stationären Einkauf anwenden. 

Umkleide mit Service

Eine digitale Umkleidekabine mit halbtransparentem Spiegel stellte Christoph Hofner von Vodafone vor. Das bislang bekannte Szenario: Ein Kunde nimmt zur Anprobe eine Hose mit in die Kabine – passt nicht, also wieder anziehen, zurück in den Laden und einen passenden Artikel suchen, der oft nicht sofort zu finden ist. Dies birgt das Risiko des Kaufabbruchs. Die „smarte Umkleidekabine“ erspart dem Kunden die Suche nach dem passenden Kleidungsstück. Der Kunde hält das Etikett an den Spiegel in der Kabine, und mittels Sensortechnologie wird angezeigt, welche Größen und Farben dieses Artikels im Store noch verfügbar sind. Per Touchscreen kann eine Verkäuferin informiert werden, die den Artikel in der passenden Größe zum Kunden in die Kabine bringt. Kunden, die eine Beratung im Store eher ablehnen, begrüßen diese diskrete Unterstützung durch das Personal, warb Christoph Hofner für die IT-Lösung zur Verkaufsunterstützung.

In der Logistik und auch im Ladenumfeld werden Tätigkeiten wie etwa Regale befüllen oder Inventuren durchführen noch manuell erledigt. „Das geht auch effizienter“, darauf wies Dr. Andreas Bley von Metra Labs hin. Zusammen mit Bedeir Rizk vom Software-Entwickler Qopius führte er den Teilnehmern vor, wie sich mit mobilen Robotern Inventuren vollautomatisch durchführen und Out-of-Stock-Situationen auffinden lassen. Mittels Bildanalyse und künstlicher Intelligenz werden die Position der Artikel im Regal und Fehlplatzierungen erkennen. 

Fotos (7): EHI/Steffen Hauser, Saturn (1)

Weitere Informationen: Öffnet externen Link in neuem Fensterredaktion@ehi.org