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Messe Frankfurt
Seiner Zeit voraus: im Edeka-Markt Süllau werden Smartwatches als mobile Kommunikationsgeräte eingesetzt. (Foto: Julia Rosa Reis)
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Ende der Durchsage

Die Musik, die Eric Süllau einsetzt, ist eigens für den Einsatz auf Handelsflächen komponiert, sie wirkt beruhigend und entschleunigend, ihre Lautstärke bewegt sich knapp oberhalb der Hörgrenze. „Eine solche akustische Atmosphäre erhöht die Verweildauer der Kunden im Markt“, meint Eric Süllau. Das Besondere: Die Grundmelodien lassen sich je nach Markt-Zone in verschiedenen Varianten wiedergeben, indem bestimmte Musiksequenzen bzw. bestimmte Instrumente in den Vorder- oder Hintergrund rücken. So entsteht zum Beispiel ein helles, frisches Klangbild in der Abteilung Obst & Gemüse, während in der Weinabteilung mit eher eleganten, klassischen Tönen gearbeitet wird. Durch Synchronisation ist sichergestellt, dass es zwischen den einzelnen Zonen nicht zu Missklängen kommt.

Per Smartwatch

Unterbrechungen würden diese akustische Atmosphäre massiv stören. „Frau X bitte an die Kasse, an den Leergutautomaten, an die Bedientheke“ – solche Lautsprecher-Durchsagen gibt es bei Eric Süllau deshalb nur im absoluten Ausnahmefall. Denn in seinem Markt im norddeutschen Bargteheide – die Familie Süllau betreibt drei weitere Märkte in Ratzeburg und in Trittau – kommunizieren die Mitarbeiter über mobile Devices.

Kommunikation per Smartphone statt per Lautsprecherdurchsage (Foto: Julia Rosa Reis)
Kommunikation per Smartphone statt per Lautsprecherdurchsage (Foto: Julia Rosa Reis)

Der Marktleiter sowie zwei Abteilungsleiter benutzen Smartphones. Die Kassenaufsicht, der Kundenberater für die Weinabteilung, ein Lager-Mitarbeiter sowie ein für das Leergut-Handling zuständiger Mitarbeiter tragen Smartwatches. Wer Unterstützung braucht, etwa weil eine weitere Kasse besetzt werden muss oder weil ein Kunde spezielle Wünsche hat, kommuniziert direkt oder setzt eine Sprachnachricht an die betreffende Person oder an einen vordefinierten Personenkreis ab. Der richtige Mitarbeiter kann damit schnell an Ort und Stelle sein.

Eingebunden in das System sind aber auch die Kunden. In der Weinabteilung sowie an den Leergutautomaten ist eine drahtlose Funk-Klingel installiert, die ein Signal auf das Mobilgerät des zuständigen Mitarbeiters sendet. Der Kunde kann sich somit über das interne Wlan-Netz auch selbst Hilfe herbeirufen.

Über Wlan

Die Technik stammt vom Hamburger Unternehmen ReAct/Responsive Acoustics. Als Steuerungs- und Empfangseinheit für die interne Kommunikation dient ein Tablet, hinzu kommt die gewünschte Zahl an Mobilgeräten – wobei auch schon vorhandene Hardware verwendet werden kann.

Per Klingel können Kunden Mitarbeiter herbeirufen. (Foto: Julia Rosa Reis)
Per Klingel können Kunden Mitarbeiter herbeirufen. (Foto: Julia Rosa Reis)

ReAct installiert auf Wunsch ein hauseigenes Wlan-Netz. Die System-Bausteine des Dienstleisters nennen sich „Functional Ambience“ für die Beschallung, „Talk“ für die Smartphone-Kommunikation, „Touch“ für Benachrichtigungen über die Smartwatch sowie „Call“ für die Einbindung der Kunden in das Kommunikationssystem.

ReAct-Vertriebsleiter Jochen Drüberg berichtet von bislang rund 70 Installationen im deutschen Einzelhandel mit Schwerpunkt im Food-Handel und in Shopping-Centern. Händler können die Anlage, nach ausführlicher Beratung durch ReAct, in den gewünschten Konfigurationen kaufen, leasen oder mieten. Der Kaufpreis-Einstieg liegt bei rund 3.000 Euro. Momentan pilotiert ReAct außerdem eine Lösung, die die Händler-App in das System einbindet. Wer als Kunde die Händler-App aufgespielt hat, kann damit zum Beispiel jederzeit direkt mit seinem persönlichen Ansprechpartner im Markt kommunizieren.

Fotos (3): Julia Rosa Reis

Weitere Informationen: www.suellau-lebensmittel.de