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Immer mehr bestehende Unternehmen interessieren sich für Start-ups. (Foto: Fotolia/REDPIXEL)
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Fördern und fordern

Kooperationsprogramme sprießen wie Pilze aus dem Boden, und jede Handelskette sucht ihren Weg, einen Wettbewerbsvorteil aus der Zusammenarbeit mit Start-ups zu erlangen. Dabei treiben jeden Retailer andere Beweggründe an, mit Start-ups zusammenzuarbeiten. Start-ups haben meist digitale Produkte oder bilden bestehende Prozesse effektiv mit neuen Technologien ab. Eine Hauptmotivation der Retailer, die regelmäßig als Grund der Zusammenarbeit genannt wird, ist das Testen und Etablieren von neuen Geschäftsmodellen. Bei Lidl Digital verspricht man sich von der Partnerschaft mit Start-ups, immer am Puls der Zeit zu sein und zukunftsfähige Ideen frühzeitig zu identifizieren und zu implementieren.

Aber auch beim digitalen Wandel im eigenen Unternehmen kann die Zusammenarbeit mit Start-ups helfen. Die große Herausforderung ist dabei das Zusammentreffen von zwei sehr unterschiedlichen Unternehmenskulturen. Das Team von Lidl Digital empfiehlt, bei einer Zusammenarbeit auf beiden Seiten die Erwartungen zu managen, da in der Regel unterschiedliche Arbeitsweisen und Geschwindigkeiten vorherrschen. Um Erfolge zu erzielen, müsse man offen aufeinander zugehen, sich aneinander anpassen und Zeit investieren.

Finanzierungsphase

Es gibt mittlerweile eine Reihe von Kooperationsmodellen, die an der Finanzierungsphase des Start-ups ausgerichtet sind. Wer gerne mit frühphasigen Start-ups zusammenarbeiten möchte, setzt beispielsweise auf Inkubator- und Accelerator-Programme, bei denen Start-ups Mentoren, MarktKnow-how und teils auch Kapital erhalten. Gerade hier ist es wichtig, "die Start-ups zu fördern und entsprechend ihrer Bedürfnisse zu fordern, aber nicht 'überzumentoren'" so Isabel Rudolf-Staubach, Head of Innovation Customer Experience & Store Operations bei Metro. "Wir scouten zielgerichtet Start-ups für die Bedürfnisse der verschiedenen Metro-Länder und deren Business-Modelle." Ihre Abteilung suche vor allem nach Lösungen in den Bereichen immersive Technologien, künstliche Intelligenz und Internet-of-Things (IoT).

Kooperationsmodelle mit Start-ups. (Quelle: EY 2018)
Kooperationsmodelle mit Start-ups. (Quelle: EY 2018)

Bei Lidl Digital setzt man aktuell auf "externe und offene Ökosysteme". Der "Retailtech Hub" ist ein solches Programm und wird gemeinsam mit den Accelerator-Experten des "Plug and Play Tech Centers" aus dem Silicon Valley realisiert. Gemeinsam wollen Ceconomy (Media Markt Saturn) und die Digitalbereiche bei Lidl und Kaufland interessante Start-ups mit Fokus auf neuen Technologien im Handel identifizieren und gezielt Pilotprojekte mit ihnen umsetzen. Bei Edeka wurde eine Ideenwerkstatt ins Leben gerufen, in der Kaufleute sich in Workshops fit für die Digitalisierung machen können, wo aber auch Co-Creation mit Start-ups und Technologiepartnern betrieben wird. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, mit Start-ups zusammenzuarbeiten. Die Herausforderung für die Retailer ist es, das passende Format zu wählen und die Ergebnisse zu etablieren. 

 Der Autor ist Manager Digital Innovation bei der Beratungsgesellschaft Ernst & Young, Köln.

Weitere Informationen: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ey.com

Abbildungen (2): Fotolia/REDPIXEL, EY 2018

Übrigens: Wie das Handelsmarketing Start-ups als Impulsgeber für Innovationen nutzt, diskutieren wir mit Alexander Ewig, CMO, MediaMarketSaturn beim Öffnet externen Link in neuem FensterEHI Marketing Forum Handel 2018 am 25./26. September in Berlin.