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Die Herausforderung: digitale Medien nutzen und gleichzeitig die
Strahlenbelastung minimieren. (Foto: Modehaus Garhammer)
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Risikotechnologie Wlan?

Digitale Technologien sind am POS nicht mehr wegzudenken: Mitarbeiter sind mit Tablets ausgestattet; RFID erleichtert Logistik und Warensicherung; mit Bluetooth ausgestattete Leuchten-Chips ermöglichen steuerbare Lichtinszenierungen; Smart Metering ermöglicht die Fernauslesung von Energieverbräuchen. Von Musik-Streaming bis zu NFC-Bezahlsystemen – die Aufzählung ließe sich fortsetzen.

Die Kehrseite der Entwicklung: Physiker sprechen von einer Zunahme der Elektrosmog-Belastung insgesamt um das Zweimillionenfache in den letzten 15 Jahren. Damit geht die  Sorge einher, dass die Frequenzen des modernen digitalen  Funks, die den biologischen sehr ähnlich sind, die zellulären und besonders neurologischen Abläufe des Menschen aus  dem Takt bringen. Die Europäische Umweltagentur verglich 2007 das Risiko der Wlan-Strahlung mit dem von Asbest, 2013 benannte sie Wlan als Risikotechnologie.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) meint jedoch: „Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand  sind gesundheitliche Gefahren durch die hochfrequenten  Felder von Wlan, Bluetooth und Mobilfunk nicht zu befürchten, wenn die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden.“ Verbraucherschutzorganisationen wie Bürgerwelle e.V. und „diagnose:funk“ kommen allerdings zu kritischeren Einschätzungen. Und auch beim BfS heißt es: „Aus allgemeinen Strahlenschutzüberlegungen ist es sinnvoll, die elektromagnetischen Felder vorsorglich zu minimieren, wenn dies möglich ist.“ 

Strahlungsarme Geräte

Dr. Manfred Mierau, Diplom-Biologe und Sachverständiger  für Baubiologie aus Aachen, empfiehlt Handelsunternehmen, zunächst eine Bestandsaufnahme zu machen, gegebenenfalls auch eine Messung der elektromagnetischen Strahlung durchführen zu lassen. Er rät: „Alles, was geht, mittels Kabel übertragen. Gerade in Einzelhandelsgeschäften ist es  meist ein Leichtes, die Verkabelung in Decken, Schächten oder Regalen unsichtbar verschwinden zu lassen.“ Zudem solle man Funk nur dann entstehen lassen, wenn er auch genutzt wird und daher auf Geräte achten, die nicht permanent  funken und die überdies möglichst strahlungsarm  sind. Welche Unterschiede es da gibt, macht das BfS auf seiner Website am Beispiel von Smartphones deutlich. Bei zahlreichen schnurlosen DECT-Telefonen gibt es inzwischen die Möglichkeit der kompletten Strahlungsabschaltung, wenn nicht telefoniert wird (Eco-Modus). 

Bei Wlan im Store sollte man sich mit der Platzierung  der Sender beschäftigen. Denn oftmals ist es besser, mehrere kleine dezentrale Router einzusetzen als einen starken. „Überhaupt sollte die Leistung so niedrig wie möglich eingestellt werden“, sagt Dr. Mierau. Auch das BfS propagiert  als wirksame Möglichkeiten zur Reduzierung der Felder: „Abstand halten“ sowie „Dauer und Stärke der Einwirkung begrenzen“. Die Einwirkung der Felder ist am höchsten, wenn die Geräte sich in unmittelbarer Nähe des Körpers befinden. 

Wer sich vor Strahlung von außen, zum Beispiel aus benachbarten  Geschäften schützen möchte, kann dies durch Abschirmung tun. „Spezielle Abschirmmaterialien wie Farben, Gewebe, Tapeten und Vorhänge reflektieren den Funk und führen zu deutlichen Dämpfungs-Effekten“, erklärt Dr. Manfred Mierau. Anbieter sind Firmen wie Yshield oder Biologa. Die Geräte im eigenen Store können bzw. sollten nicht abgeschirmt werden, sonst wird ihre Funktion gestört. Eine zunehmende Zahl an Schutzprodukte-Herstellern und Biotechnologie-Unternehmen wirbt damit, die negativen Wirkungen von Elektrosmog und Mobilfunkstrahlung auf den Menschen zu neutralisieren, ohne die Funktionsfähigkeit der modernen Technik zu beeinträchtigen. Aus Sicht von Dr. Mierau bewegt man sich hier  jedoch „im spekulativen Bereich“. 

Foto: Modehaus Garhammer

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