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Self-Checkout-Zone in der Ende 2016 eröffneten Markthalle Krefeld von Real
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Self-Checkouts im Aufwind

Bereits im Jahr 2014 hat das EHI die Self-Scanning-Initiative gegründet. In Zusammenarbeit mit namhaften Herstellern wurde zu diesem Thema ein umfassendes Informationsangebot für den Handel zusammengestellt. Dazu wurden verfügbare Lösungen und Anwendungsbeispiele aus dem In- und Ausland dokumentiert und darüber hinaus auch eigene Forschungsprojekte durchgeführt. Kunden-, Händler- und Mitarbeiterbefragungen standen dabei im Fokus. Jetzt scheint die Initiative Früchte zu tragen. Zwar ist Deutschland im internationalen Vergleich immer noch Entwicklungsland in Sachen SB-Kassen, aber der Markt ist mächtig in Bewegung geraten. Aktuelle Daten zur Marktdurchdringung werden Anfang November veröffentlicht.

Die zunehmende Verbreitung von Selbstbedienungskassen ist im besonderen Maße auf die genossenschaftlichen Gruppen im Lebensmittelhandel zurückzuführen. Insbesondere selbstständige Kaufleute der Edeka und der Rewe haben in den vergangenen 24 Monaten die neuen Kassen in Betrieb genommen. Aber auch bei den Filialisten gibt es spürbare Bewegung. In einem Fall wurden seit dem letzten Erhebungszeitraum mehr als 50 Märkte erstmalig mit der neuen Kassentechnik ausgestattet. Neben diesen Neueinsteigern aus dem filialisierten Lebensmittelhandel sind erste zaghafte Versuche der Drogeriemärkte zu beobachten.

Informationsplattform: EHI Self-Checkout-Initiative

Im Jahr 2014 hat das EHI die Self-Checkout-Initiative ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist die Bereitstellung umfassender Informationen über Akzeptanz, Nutzung, Verbreitung und Technologie von Self-Checkout-Kassen. Das EHI hat dazu in den vergangenen Jahren Verbraucher- und Händlerbefragungen durchgeführt und zahlreiche Informationsveranstaltungen organisiert. Die Initiative wird von folgenden Unternehmen unterstützt: CCV, Datalogic, Diebold Nixdorf, Fujitsu, ITAB, NCR, Toshiba und Zebra.

Weitere Informationen unter: www.self-checkout-initiative.de 

Auch bei den mobilen Self-Scanning-Systemen dürfte sich der Markt positiv entwickeln. Auch wenn hier derzeit keine genauen Zahlen vorliegen, geht das EHI davon aus, dass weitere Installationen hinzugekommen sind. Mitte 2016 lag die Zahl der Märkte mit mobilen Installationen bei 25. Interessant ist, dass offensichtlich zunehmend Märkte mit beiden Technologien parallel ausgestattet werden. Stationäre Self-Checkout-Stationen und mobiles Self-Scanning nebeneinander in einem Markt, dies ist in immer mehr Fällen zu beobachten.

Kunden überwiegend positiv

Mobiles Self-Scanning mit dem eigenen Mobiltelefon der Kunden gibt es in Deutschland dagegen derzeit noch nicht. Und die ersten Erfahrungen in der Schweiz und in den USA deuten auch nicht darauf hin, dass hier die Technik schon wirklich praxistauglich ist. Sicherlich darf man hierzulande gespannt sein, wann die Discounter die ersten SCO-Installationen starten. In einigen ausländischen Märkten haben sie ja bereits sehr positive Erfahrungen mit SCO-Systemen gemacht, und es kann durchaus erwartet werden, dass die ersten Tests auf deutschem Boden bald anlaufen.

EHI Technologie Tage: Self-Checkout Special

Im Rahmen der EHI Technologie Tage veranstaltet das EHI am 8. November ein Special zu den aktuellen Entwicklungen im Bereich der Self-Checkout-Systeme. In der Zeit von 13.30 bis 16.45 Uhr wird das EHI aktuelle Daten vorstellen, und verschiedene Handelsunternehmen werden über ihre Projekterfahrungen berichten. Zu den Referenten zählen David Massing, Globus SB-Warenhaus Holding, Falk Paschmann von Edeka Paschmann und Erich Hürlimann von der Genossenschaft Migros Aare.

Weitere Informationen unter: www.technologie-tage.com

Der Hauptgrund steigender Installationszahlen dürfte in der positiven Einstellung der Kunden gegenüber den SB-Kassen liegen. Obwohl das Angebot des Handels immer noch sehr gering ist, sind Bekanntheits- und Nutzungsgrad der Technologie hoch. Einer aktuellen Befragung von You Gov zufolge hat heute jeder zweite Bundesbürger bereits Erfahrungen mit Selbstscanner-Kassen gemacht.

In einer mit Kantar TNS im Jahr 2014 durchgeführten Verbraucherbefragung hatte das EHI noch deutlich geringere Nutzungsraten gemessen. Zwar lag der Bekanntheitsgrad der Systeme schon bei 52 Prozent, genutzt hatten aber nur gut 20 Prozent der Menschen die SB-Kassen, davon war etwa die Hälfte Intensivnutzer. Als Hauptmotiv der Nutzung hatte das EHI die mögliche Zeitersparnis ermittelt – für 90 Prozent der Nutzer war dies das wesentliche Motiv.

Barzahlungsmodul wichtig

Dies wird nun auch in der You Gov-Studie nochmal bestätigt: Etwa 62 Prozent der Nutzer gaben an, dass die Warteschlangen an den SB-Kassen in der Regel kürzer sind, und etwa 35 Prozent empfinden den Bezahlvorgang als schneller. Nach wie vor bietet sich Self-Checkout vor allem für kleine Warenkörbe an. Nur jeder vierte Nutzer gibt heute an, dass er auch bei größeren Einkäufen die SB-Kassen nutzt.

Interessant ist ein Blick auf die Soziodemografie der Nutzer von SB-Kassen. Auch hier werden die Ergebnisse der EHI-Studie bestätigt: Tendenziell ist die Akzeptanz der SB-Kassen bei Kunden mit höheren Einkommen, höherer Bildung und niedrigerem Alter stärker ausgeprägt. Personen, die wöchentlich mehr als 90 Euro für Lebensmittel im Supermarkt ausgeben, befürworten zu 55 Prozent die Nutzung von SCO-Kassen. Der Zuspruch beträgt dagegen nur 44 Prozent in der Personengruppe, die wöchentlich weniger als 50 Euro im Supermarkt ausgibt.

Kaum verändert hat sich in den letzten Jahren die Einstellung der Verbraucher gegenüber der Barzahlung. 3 von 4 SB-Kassen-Nutzern zahlen auch heute noch am liebsten mit Bargeld. Ähnliches hatten schon die ersten Verbraucherbefragungen des EHI zu diesem Thema ergeben, und die Ausstattung der SB-Kassen mit Barzahlmodulen ist daher weiterhin von großer Bedeutung. 30 Prozent der von You Gov Befragten geben an, dass sie SB-Kassen verstärkt nutzen würden, wenn die Barzahlung möglich wäre.

Wesentliche Nutzungshürde für die Verbraucher ist allerdings nach wie vor die geringe Verbreitung von SB-Kassen. Mit rund 350 Lebensmittelgeschäften, die heute SB-Kassen anbieten, hat Deutschland gerade einmal einen Marktanteil von knapp 1 Prozent erreicht. In der EHI-Studie gaben 21 Prozent der Nicht-Nutzer an, sie würden die SB-Kassen regelmäßig nutzen, wenn der Handel mehr Stationen anbietet. Weitere 25 Prozent hatten die Absicht, die Systeme zu testen, wenn dazu die Gelegenheit geboten wird. Der Anstieg der Nutzungszahlen spricht dafür, dass die Kunden ihre Absichten realisiert haben. Wenn der Handel hier weiter investiert, dürfte die Nutzerzahl weiter kräftig steigen. Es gibt also noch enormes Wachstumspotenzial in den kommenden Jahren.

Foto: Real SB-Warenhaus
Grafiken (2): EHI (1), You Gov (1)

Weitere Informationen: www.self-checkout-initiative.de