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Der Schweizer Buchdiscounter Ex Libris hat angekündigt, zahlreiche stationäre Verkaufsstellen zu schließen. (Foto: Ex Libris/Michael Egloff)
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Ex-Libris: Adieu stationärer Handel?

Der Onlineshop des Schweizer Mediendiscounters verzeichnete 2017 ein solides Wachstum von 8 Prozent im Vorjahresvergleich. Demgegenüber zeigte das Geschäft in den stationären Filialen seit Jahren eine stark rückläufige Tendenz. Für viele Filialen kommt erschwerend hinzu, dass längere Öffnungszeiten zuletzt auch zu einem Kostenanstieg führten. Die bislang ergriffenen Maßnahmen, um dem Strukturwandel im Handelsmarkt zu begegnen, reichten nur teilweise aus. Das wachsende Online-Geschäft konnte die Einbußen bei den stationären Verkäufen nicht kompensieren.

Ex Libris reduziert daher im laufenden Jahr 2018 die Zahl der stationären Verkaufsstellen von 57 auf 14 Filialen. Insgesamt 114 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Gemeinsam mit dem Kaufmännischen Verband (kfmv) und der Personalkommission als Sozialpartner konnte das Tochterunternehmen der Migros einen Sozialplan erarbeiten, um die mit dem Abbau verbundenen Auswirkungen für die betroffenen Mitarbeiter abzufedern.

Filialschließungen

Bücher, Musik, Filme oder Games werden immer mehr online eingekauft, häufig auch bei internationalen Anbietern. „Diese Entwicklung bekommen unsere Ladengeschäfte in aller Härte zu spüren. Um weiterhin in Wachstumsbereiche investieren und als starkes Unternehmen in die Zukunft gehen zu können, müssen wir deshalb unser Filialnetz gesund aufstellen“, sagt Daniel Röthlin, Unternehmensleiter von Ex Libris. „Das ist leider nicht ohne schmerzliche Eingriffe möglich.“

Loungebereich (Foto: Ex Libris/Michael Egloff)
Loungebereich (Foto: Ex Libris/Michael Egloff)

Dem Entschluss, Filialen zu schließen, war eine Evaluation des Marktpotenzials aller Standorte vorausgegangen. Eine Gesamtbewertung erfolgte auf Basis von Standortfaktoren wie Kundennachfrage, Lage und Entwicklungsmöglichkeiten. Präsenz zeigt Ex Libris weiterhin u. a. am Züricher Bahnhofsplatz, im Berner Bahnhof, in Lyss und am Baseler Centralbahnplatz. Die verbleibenden Filialen sollen gezielt auf die aktuellen Kundenbedürfnisse hin modernisiert und auf das Omnichannel-Geschäft ausgerichtet werden. Kunden, die ihre online getätigte Bestellung in ihrer Nähe abholen wollen, können zusätzlich das „PickMup“-Angebot der Migros-Gruppe an insgesamt rund 380 Standorten nutzen.

Weiterhin Standbein der Migros

114 Mitarbeiter von Ex Libris stehen vor einem beruflichen Neuanfang. „Wir sind uns bewusst, dass damit für die Betroffenen eine sehr belastende Zeit beginnt“, sagt Daniel Röthlin. „Der Entscheid ist uns sehr schwer gefallen. Er schafft jedoch Klarheit und ist leider für die gesunde Zukunft von Ex Libris notwendig.“ Der verabschiedete Sozialplan sieht vor, möglichst vielen Betroffenen innerhalb oder außerhalb der Migros-Gruppe zunächst eine Stelle zu vermitteln. Ex Libris bietet dazu eigens eine interne Anlaufstelle, welche die Mitarbeitenden hierbei unterstützt. Darüber hinaus verlängert die Migros-Tochter die vertraglichen Kündigungsfristen. Für Mitarbeitende, die nach Ablauf der Kündigungsfrist keine neue Stelle haben, zahlt der Händler zusätzlich eine Abgangsentschädigung.

Ex Libris bleibt auch in Zukunft ein wichtiges Standbein innerhalb der Migros-Gruppe. Die Transformation ermöglicht es, rund 215 Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern. „Dazu braucht das Unternehmen ein gesundes Fundament. Das ist wichtig, um sich im harten Wettbewerb erfolgreich von der stationären Händlerin mit Online-Angebot zur Online-Händlerin mit modernen, stationären Touchpoints zu entwickeln“, erklärt Beat Zahnd, Leiter des Departments Handel im Migros-Genossenschafts-Bund (MGB), in dem Ex Libris angesiedelt ist.

Fotos (4):Ex Libris

Weitere Informationen: www.migros.ch