Anzeige
Omikron
Anzeige
Messe Frankfurt
Stacheldraht alleine stellt gegen organisierte Diebesbanden nicht immer eine ausreichende Sicherheitsmaßnahme dar. (Foto: Fotolia / madrolly)
A- A A+
Security  |

Außenflächen nicht vergessen

Früher machte Gelegenheit Diebe – heute suchen gut organisierte Diebesbanden nach Gelegenheiten. Etwa 15 Prozent aller Ermittlungsverfahren im Bereich der organisierten Kriminalität im Jahr 2015 betrafen Eigentumsdelikte. Dabei stieg die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Gewerbebetriebe um 15 Prozent, wie der Lagebericht des Bundeskriminalamts zeigt. Für ihre Beutezüge im Handel suchen sich Langfinger auch gezielt die Außenflächen aus. Im Einzelhandel oder in Logistikzentren sind Waren oft unter freiem Himmel deponiert. Bei vielen Gefahrgütern, zum Beispiel bei Feuerwerkskörpern oder Gasflaschen, ist die Außenlagerung aus Sicherheitsgründen vorgeschrieben.

Dabei sind viele Außenflächen im Handel wenig gesichert. Meist reicht es für Diebe schon, einen Zaun zu durchschneiden oder ein Vorhängeschloss aufzubrechen, und teils wertvolle Waren können mitunter relativ mühelos abtransportiert werden. Steigen die Täter einfach über den Zaun, hinterlassen sie kaum Spuren.

Die richtigen Komponenten
zu einem maßgeschneiderten,
ganzheitlichen Konzept
zusammenfügen.
Ulrich Wirtz
Vertriebsleiter Novatec Sicherheit & Logistik GmbH

Der Einfallsreichtum der Diebe ist auch hier ziemlich groß

Ladendiebe nutzen Außenflächen auch als „Übergabepunkt“: Waren werden während der Öffnungszeiten in der Nähe des Zauns deponiert und nach Ladenschluss von außen entwendet. Ein weiteres Problem: Lieferanten lassen – absichtlich oder unabsichtlich – ein Tor offen stehen. Damit laden sie Langfinger geradezu ein – und „Einladungen“ wie diese werden auch angenommen. Im Einzelhandel summierten sich laut der jährlichen Studie des EHI zu den Inventurdifferenzen im deutschen Handel 2015 die Inventurdifferenzen auf vier Milliarden Euro, bewertet nach Verkaufspreisen.

RFID-Detektoren an einer Zaunanlage. (Foto: Novatec)
RFID-Detektoren an einer Zaunanlage. (Foto: Novatec)

Wer den Warenschwund reduzieren will, sollte in sein Sicherungssystem also auch die Außenflächen mit einbeziehen. Das konnte bislang eine teure Angelegenheit sein. Eine Kostenreduzierung versprechen innovative Sicherungssysteme auf der Basis von RFID. Diese verwenden sogenannte Beschleunigungssensoren, die kabellos miteinander kommunizieren und jede Bewegung am Zaun registrieren. Eine Software unterscheidet, ob der Zaun durch einen Windstoß bewegt wurde oder ob zum Beispiel ein Durchschneide- oder Überkletterversuch vorliegt. Da sich die Detektoren gegenseitig überwachen, lösen auch Sabotageversuche Alarm aus. Auch zu lange offen stehende Tore entgehendem System nicht. Die RFID-Tags können ebenfalls an mobilen Gütern angebracht werden, zum Beispiel an Containern oder Gitterboxen. Damit werden Abtransport- oder Aufbruchsversuche erkannt.

Ergänzt wird die Perimeter-Sicherung durch Videoüberwachung

Kabellose Anlagen benötigen keine aufwändigen Erdarbeiten sowie einen geringeren Installations- und Wartungsaufwand. Die Total Cost of Ownership sollen laut Hersteller im Vergleich zu kabelgebundenen Anlagen um bis zu 30 Prozent geringer sein.

Ergänzt wird die sogenannte Perimeter-Sicherung durch Videoüberwachung. Moderne HD-, Infrarot- und IP-Technologien haben diese effektiver und preisgünstiger gemacht. Vernetzt mit dem Gesamtsystem richten sich die Kameras im Alarmfall automatisch auf den Ort einer Sicherheitsverletzung – und liefern scharfe Bilder, die auch als Fahndungsbilder dienen können.

Sinnvoll ist die Integration in die Einbruchmeldeanlage

Für eine Umstellung auf hochauflösende Videotechnik ist nicht immer gleich eine völlig neue Verkabelung erforderlich. Moderne HDCVI-Kameras (High Definition Composite Video Interface) lassen sich auch in bestehenden Koaxial-Netzen betreiben, zum Beispiel RG59.

Wichtig ist auch die Anbindung an eine Einbruchmeldeanlage. Diese kann direkt zur Polizei aufgeschaltet werden oder meldet Gefahren – etwa bei offenstehenden Toren – an vordefinierte Personengruppen, zum Beispiel mit einer Benachrichtigung auf ein Smartphone oder einen Computer.

Die Überwachung öffentlicher Flächen soll möglich sein

Neuartige Software soll sogar die Video-Überwachung öffentlicher Flächen ermöglichen, ohne Datenschutzbestimmungen zu verletzen. Sie macht Gesichter unkenntlich, verdächtige Aktivitäten sollen dennoch gut zu erkennen sein. Liegt ein konkretes Verdachtsmoment vor, kann mit einer sogenannten Keycard eine verschlüsselte gespeicherte Aufzeichnung ausgewertet werden, die alle Gesichter hochauflösend abbildet.

Gerade bei der Sicherung von Außenflächen gibt es Sicherheitslücken“,so Ulrich Wirtz, Vertriebsleiter bei der Novatec Sicherheit & Logistik GmbH, Hersteller- und produktunabhängiger Systemintegrator von Sicherheitstechnik aus dem nordrhein-westfälischen Ratingen. „Dabei lohnt es sich, einen unabhängigen, erfahrenen Spezialisten zu beauftragen, der die richtigen Komponenten zu einem maßgeschneiderten,ganzheitlichen Konzept zusammenfügt. Dies beginnt bei der umfassenden Bestandsanalyse, setzt sich fort bei der Auswahl filialspezifischer Sicherheitstechnologien von Qualitätslieferanten und mündet in nahtlose Implementierung und vollständigen Service.“

Fotos (3): Novatec; Ulrich Wirtz

Weitere Informationen: redaktion@remove-this.ehi.org