Anzeige
implexis
Anzeige
Avanade
Durch den Wegfall der Plastiktüte haben sich neue Herausforderungen hinsichtlich des Diebstahlschutzes ergeben. (Foto: Novatec)
A- A A+
Security  |

Weniger Tüten, höheres Diebstahlrisiko

„Eine neue und faltenlose Plastik-Tragetasche war bisher ein recht zuverlässiger und weithin sichtbarer Beleg dafür, dass der Kunde auch bezahlt hat“, erklärt Daniel Georg, Systemadministrator bei Euronics XXL Johann + Wittmer in Ratingen. „Wer früher eine eigene Tüte dabei hatte oder unverpackte Ware nach draußen brachte, war verdächtig. Dies gilt aufgrund des veränderten Kundenverhaltens heute nicht mehr. Auf diesen Trend haben wir – nach einigen negativen Erfahrungen – mit mehr Überwachung und optimierter Warensicherung reagiert.“  

Konsequenter Diebstahlschutz ist wichtig, er beginnt bei den Leinen- und Tablet-Sicherungen. Die Leinensicherung eignet sich zum Beispiel für gefährdete Vorführgeräte. Da sie meist schon Gebrauchsspuren aufweisen, sind sie nur schwer von Kundeneigentum zu unterscheiden und können wegen ihrer aufwändigen Präsentation in Versuchung führen. Hier haben sich mechanische Lösungen mit sehr reißfesten Sicherungskabeln bewährt. Sie können zusätzlich mit einer Alarmfunktion ausgerüstet sein, die beispielsweise Durchschneideversuche lautstark meldet. Wichtig ist hierbei: Die Leinensicherung darf nicht zum Verkaufshindernis werden. Sie sollte das Produkt nicht nur schützen, sondern vor allem „elegant“ präsentieren.

RF-Detektiv am Ausgang

Alt bewährt und nach wie vor ein Garant für die Senkung von Inventurverlusten sind Warensicherungen, wie die radiofrequenten (RF) Warensicherungssysteme. Sie basieren in der Regel auf der resonanten Wechselwirkung mit einem elektromagnetischen Feld, das von einer Antenne im Ausgangsbereich erzeugt wird. Die RF-Etiketten arbeiten mit einer Frequenz von 8,2 MHz und sind als Klebe- aber auch als so genannte Hartetiketten erhältlich, die nur mit speziellen Lösern wie äußerst starken Magneten zu entfernen sind. Das Sortiment von RF-Hartetiketten zeigt sich dabei vielseitig und es gibt für die meisten Produkte ein geeignetes Etikett, ob für Spirituosen, Autobatterien oder edle Textilien.  

Viele RF-Antennen lassen sich einfach zum RFID-System aufrüsten. Sie sind bereits so vorbereitet, dass nur ein weiteres Modul in die Warensicherungsantenne eingeklinkt werden muss. RFID-Tags schützen vor Diebstahl und übermitteln produktspezifische Informationen, beispielsweise als Basis für eine kontaktlose Inventur.  

Videoüberwachung schließt Sicherheitslücken

Sicherheitslücken kann auch eine Videoüberwachung schließen, auch zum Schutz vor Diebstahl durch Angestellte. Diese wissen, wie sie das Warensicherungssystem austricksen können. So ergab die EHI-Studie „Inventurdifferenzen 2016“, dass Mitarbeiter Waren im Wert von gut 800 Millionen Euro gestohlen haben.  

Manipulationen an der Sicherheitstechnik oder Diebstähle an ungesicherter Ware lassen sich per Video aufzeichnen und rechtssicher dokumentieren. Moderne HD-Kameras können in Standard-IP-Netze integriert werden, die in den meisten Gebäuden ohnehin vorhanden sind. Umfangreiche Überwachungs-Streams lassen sich heute auf digitalen Standard-Massenspeichern preisgünstig archivieren.  

Fühlt sich ein Kunde durch Kameras beobachtet, kann er jedoch empfindlich reagieren. Eine spezielle Software erlaubt es, alle im Videoscreen auftretenden Gesichter unkenntlich zu machen und ermöglicht es dadurch, die Akzeptanz der technischen Beobachtung bei Kunden zu steigern. Verdächtige Aktivitäten, beispielsweise das Entfernen von Sicherungsetiketten, lassen sich dennoch gut erkennen. Ergibt die Analyse der gepixelten Szene konkrete Verdachtsmomente, kann die verschlüsselt gespeicherte Originalaufnahme per Keycard ausgelesen werden.  

Diebstahlsicherung sollte immer als integratives Gesamtkonzept betrachtet und geplant werden. Es empfiehlt sich, hierfür einen Produkt- und herstellerunabhängigen Systemintegrator hinzuzuziehen.  

Weitere Informationen: www.novatec-europe.net