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Aldi Süd  will seine Lieferkette nachhaltig gestalten. (Foto: Aldi Süd)
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Aldi Süd: Nachhaltige Lieferkette

Das Unternehmen mit insgesamt über 43.000 Mitarbeitern betreibt national 30 Logistikzentren bzw. Regionalgesellschaften, aus denen pro Standort 50 bis 80 Filialen beliefert werden. Der Fuhrpark besteht sowohl aus eigenen als auch aus Fremdfahrzeugen.

2010 stellte das Unternehmen CR-Grundsätze auf, die bis heute Gültigkeit haben. Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit sind beispielsweise die Haltungs-Transparenz für Frischfleisch, Unterstützung der Manuel Neuer-Kinderstiftung, Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements oder der Start einer Offensive gegen Verpackungsabfall. Der Discounter hat sich zum Ziel gesetzt, das Verpackungsaufkommen bis 2025 um 30 Prozent zu reduzieren.

Energieoptimierung in den Logistikzentren

Aldi Süd beschäftigt sich in den Logistikzentren außerdem mit Energieoptimierung, stattet sie mit Photovoltaikanlagen aus und testet Wärmerückgewinnungssysteme sowie Eisspeicher.

Im Bereich „Obst & Gemüse“ hat das Unternehmen einen Poolingkreislauf für Mehrwegtransportverpackungen (MTV) aufgebaut, bei dem pro Umlauf einer MTV 400 g CO2 eingespart werden.

In der Logistik setzt das Unternehmen soweit wie möglich auf intermodalen Verkehr, beispielsweise wird Ware von Hamburg in den Süden Deutschlands per Bahn transportiert. Als Logistikdienstleister betreibt u. a. die Offergeld-Gruppe bei der Warenbeschaffung die Quellgebietslogistik. Hierbei wird die Ware für alle Regionalgesellschaften im Komplettladungsverkehr in die Quellgebietslager geliefert und dort vor Weitertransport an die Logistikzentren des Discounters konsolidiert. Dadurch konnten in allen Regionalgesellschaften zusammen pro Jahr über einhunderttausend Rampenkontakte eingespart werden.

Erdgasbetriebener Lkw

Intensiver getestet wird bereits ein erdgasbetriebener Lkw des Herstellers Iveco. Die Reichweite bei diesem Antrieb beträgt mit einer Tankfüllung 500 km, was für Aldi Süd in der Distributionslogistik ausreichend ist. Für die Betankung nutzt das Unternehmen öffentliche Tankstellen, wobei es an den jeweiligen Stationen auf einen ausreichenden Betankungsdruck ankommt.

Außerdem muss das Fahrzeug von den Abmessungen her in den Betankungsbereich hineinpassen. Bei der Verwendung von Bio-Kraftstoff sieht das Unternehmen dagegen den hohen Bedarf an Palmöl als kritisch an. Ein weiteres Betätigungsfeld besteht in der Optimierung der Transportkälteaggregate an den Fahrzeugen.

Der im Rahmen einer Livedemonstration vorgestellte E-Lkw befindet sich seit dem 13. September im Probelauf. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen ursprünglich von Man hergestellten und mit Dieselmotor ausgestatteten Lkw, der von dem ostdeutschen Projektpartner Framo auf einen rein elektrischen Antrieb umgerüstet wurde. Aus technischen Gründen ist es nicht möglich, das Fahrzeug vor vorneherein ohne Dieselmotor beim eigentlichen Hersteller zu erwerben, so die Verantwortlichen von Aldi Süd. Das Fahrzeug beliefert zurzeit Aldi-Filialen in den Regionen Mülheim an der Ruhr, Oberhausen und Duisburg.

Kosten derzeit noch zu hoch

Bei den Ladezyklen ist laut Aldi Süd generell eine Abstimmung auf den Lastgang des Logistikzentrums erforderlich, um die Betriebskosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben. Für einen Komplettumstieg sind die Investitions- und Betriebskosten aktuell noch zu hoch, denn zu den Kostentreibern gehört nicht nur die Anschaffung weiterer Fahrzeuge, sondern auch die Errichtung zusätzlicher Ladestationen sowie weitere Investitionen in die lokale Infrastruktur.

Foto: Aldi Süd

Weitere Informationen: Öffnet externen Link in neuem Fensterunternehmen.aldi-sued.de