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Bis 2025 könnte Blockchain allgegenwärtig sein, massenkompatibel werden und die Lieferketten weltweit stärken, so eine neue Studie des Capgemini Research Institute. (Foto: Fotolia/vege)
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Blockchain bis 2025 für Lieferketten ausgereift?

Mit Hilfe von Investitionen und Partnerschaften wird laut der Studie die Distributed-Ledger-Technologie in der Fertigungswirtschaft sowie der Konsumgüter- und Einzelhandelsbranche vorherrschen. In Europa sind Großbritannien (22 Prozent) und Frankreich (17 Prozent) derzeit führend bei der Umsetzung von Blockchain, wenn es um Projekte in größerem Umfang, also über den Pilotstatus hinaus geht; Deutschland folgt mit elf Prozent. Weltweit liegen die USA bei der Umsetzung mit 18 Prozent auf Platz 2, führend sind sie jedoch bei der Finanzierung von Blockchain-Start-ups: Dort wurden seit 2012 über eine Milliarde Dollar investiert, in Großbritannien sind es im Vergleichszeitraum 500 Millionen, in Deutschland 50 Millionen. Wichtigste Treiber für entsprechende Investitionen sind laut Studie Kosteneinsparungen (89 Prozent), bessere Rückverfolgbarkeit (81 Prozent) und Transparenz (79 Prozent). Die Blockchain-Technologie könne auf kritische Funktionen der Lieferkette angewendet werden, von der Verfolgung der Produktion bis zur Überwachung der Nahrungskette und der Sicherstellung der Einhaltung von Vorschriften.

Bedenken hinsichtlich des ROI

Derzeit setzen nur drei Prozent der Unternehmen Blockchain im größeren Maßstab ein, zehn Prozent starteten ein Pilotprojekt, 87 Prozent der Befragten befinden sich nach eigenen Aussagen noch in der Anfangsphase. Trotz des Optimismus bei der Implementierung von Blockchain-Systemen bestehen nach wie vor Bedenken hinsichtlich einer klaren Rendite dieser Investitionen (ROI): Die Mehrheit (92 Prozent) der Vorreiter verweist darauf, dass der ROI die größte Hürde bei der Einführung darstellt. 80 Prozent nennen zudem die Interoperabilität mit Legacy-Systemen als große Herausforderung im Betrieb. 82 Prozent auf die Sicherheit von Transaktionen, da sie die Akzeptanz ihrer Blockchain-Anwendungen durch die Partner behindern und den Status der Blockchain als sichere Technologie untergraben.

Anwendungsfälle in der Praxis

Die Studie identifizierte 24 Anwendungsfälle für Blockchain, vom Handel mit CO2-Zertifikaten über die Verwaltung von Lieferantenverträgen bis hin zur Vermeidung von Produktfälschungen. Capgemini wandte diese Anwendungsfälle auf Einzelhandels-, Fertigungs- und Konsumgüter an. Verbraucherorganisationen konzentieren sich insbesondere auf die Rückverfolgung und Identifizierung von Produkten, wobei Nestlé, Unilever und Tyson Foods mit Blockchain experimentieren. Einzelhändler konzentrieren sich auf digitale Marktplätze und verhindern Fälschungen, Starbucks beispielweise investiert in Blockchain-Tests.

Die Studie “Does blockchain hold the key to a new age of supply chain transparency and trust?“ gibt einen Überblick über die Unternehmen und Regionen, die sich auf die Blockchain vorbereiten. Das Capgemini Research Institute hat im Rahmen der Studie rund 450 Unternehmen befragt, in denen die Implementierung von Blockchain in ihrer Lieferkette als Proof of Concept, Pilotprojekt oder in großen Maßstäben durchgeführt wird.

Foto: Fotolia/vege

Weitere Informationen: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.capgemini.com/de