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Robotik und Automatisierungstechnik sollen die Abläufe in der Logistik optimieren. (Foto: Foto: Fotolia/phonlamaiphoto)
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Supply Chain  |

Fit für Omnichannel

Manor betreibt in der Schweiz 60 Warenhäuser, 31 Manor Food-Märkte, 27 Manora-Restaurants und 33 weitere Verkaufsstandorte. In den Filialen führt das Handelsunternehmen insgesamt über eine Million Artikel von rund 3.000 Lieferanten weltweit. Etwa 25 Prozent sind lokale Produzenten, die saisonale und regionale Produkte in die Manor Food-Märkte und Restaurants liefern. Das breite Sortiment an internationalen und Eigenmarken in den Bereichen Mode und Accessoires, Parfümerie, Bijouterie, Spielwaren, Multimedia, Sport und Reise, Haushalt und Einrichtung sowie Supermarkt kennzeichnet das Unternehmen als Multispezialisten im Einzelhandel.

Auch bei Manor spielt der Verkauf über das Internet eine immer wichtigere Rolle. „Während der stationäre Handel stagniert, wächst der Umsatz mit E-Commerce“, sagt Joachim Schuppe, Direktor Supply Chain bei Manor in Basel. Das Sortiment des Onlinegeschäfts umfasst aktuell rund 28.000 Artikel aus den Bereichen Fashion, Beauty, Sport, Reise, Uhren, Schmuck, Spielwaren, Multimedia, Heim & Haushalt, Wein und Geschenke. Dank Click & Collect lässt sich ein großer Anteil der Kunden die online bestellten Artikel in ein Manor Warenhaus seiner Wahl liefern.

Die Anforderungen des Marktes an die Agilität der Supply Chain stellen eine der größten Herausforderungen dar.
Joachim Schuppe
Direktor Supply Chain, Manor

Drei Verteilzentralen bedienen, gegliedert nach Food und Nonfood, sämtliche Kanäle aus einer Quelle. Sie versorgen die über 60 Standorte und versenden die Waren an die Onlinekunden. Das Logistikaufkommen bei Manor beträgt über 50.000 individuelle Transporte pro Jahr. „Die Prozesse in der Logistik sind heute noch sehr stark geprägt durch gewachsene Strukturen“, sagt Schuppe, der seit einem Jahr für die Supply Chain bei Manor verantwortlich ist. Das heißt: Es gibt in einigen Bereichen Überkapazitäten, die flexibel an die aktuellen Bedürfnisse der einzelnen Kanäle angepasst werden müssen, um die Effizienz zu steigern.

Mehr Flexibilität

Die Anforderungen des Marktes an die Agilität der Supply Chain stellen eine der größten Herausforderungen dar, so der Supply Chain-Manager. Die Dynamik des E-Commerce werde in vielen Bereichen mit einer ähnlichen Methodik abgebildet wie im stationären Handel, dadurch sei das Unternehmen manchmal noch nicht so flexibel, wie Onlinekunden es wünschen. Ihnen kommt es in der Regel auf kurze und verlässliche Lieferzeiten an, so Schuppe, und hier bestehe durchaus noch Potenzial zur Verbesserung.

Manor - Multispezialist

Mit einem geschätzten Marktanteil von knapp 60 Prozent ist Manor die größte Warenhauskette der Schweiz. Das in allen Landesteilen vertretene Unternehmen beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter. Zur Manor Gruppe gehören 60 Manor Warenhäuser, 31 Manor Food Supermärkte, 27 Manora-Restaurants und 33 weitere Verkaufsstandorte. Der Umsatz der Manor AG verteilt sich auf die Segmente Non-Food (69 %), Food (27 %) und Restaurant (4 %).

Auch in Bezug auf immer schnellere Änderungen des Sortiments, die durch spezialisierte Wettbewerber getrieben werden, arbeitet das schweizerische Handelsunternehmen daran, adäquate Lösungen zu finden und zu finanzieren. Ziel sei immer, die Effizienz der Logistik weiter zu verbessern. Es gebe hier noch viel Potenzial, Abläufe zu optimieren und Lagerkapazitäten zu reduzieren. Laut Schuppe geht es um Fragen wie: Ist die logistische Trennung von Food und Nonfood noch sinnvoll? Wie organisieren wir künftig den Transport? Wie machen wir das Picking und das interne Handling effizienter? Um im Lager Bestückung und Entnahme zu entkoppeln, setzt der Supply Chain-Direktor auf Robotik und Automatisierung. Das soll die Mitarbeiter entlasten und gleichzeitig die Flexibilität der Abläufe erhöhen.

Mit Pick-by-Voice hat man bei Manor gute Erfahrungen gemacht. Die Technik wird seit gut 10 Jahren erfolgreich in den Verteilzentralen genutzt. Unser Land ist mehrsprachig, das macht die Kommunikation komplexer", so Schuppe.Wir müssen sicherstellen, dass die Mitarbeiter verstehen, wohin sie müssen und was sie tun sollen." Pick-by-Voice habe die Qualität der Abläufe verbessert, und die Technik ist laut Schuppe von den Mitarbeitern gut angenommen worden.

Automatisierung

Auch die Automatisierung der Kommissionierung im Kleinteilelager wird von Manor positiv bewertet. Ziel war neben höherer Kosteneffizienz auch die Optimierung der Liefertreue. Das Unternehmen hat dafür seine zwei Nonfood-Verteilzentren mit Robotik ausgestattet. Kleine Roboter flitzen den ganzen Tag und des nachts durch die Anlage, die rund 30.000 individuelle Lagerplätze umfasst. Die Automaten stellen die Waren für die tägliche Auslieferung an die verschiedenen Häuser zusammen.

Mit der Anlage konnte die Geschwindigkeit der Kommissionierung laut Schuppe verdreifacht werden. Doch am Port, wo die Waren ankommen, arbeiten immer noch Menschen. Auch die Waren-Eingangsströme werden von Menschen händisch bewältigt", sagt Schuppe. Die Herausforderung besteht laut Schuppe in der Erkennung der verschiedenen Waren, zum Beispiel in der Unterscheidung zwischen einer Jeans und einem Fläschchen Nagellack. Daran arbeiten viele", so Schuppe. Eine Kombination von Bilderkennung und Robotik - der Griff in die Kiste" - könnte das ändern.

Manor arbeitet bei der Entwicklung einer entsprechenden Lösung mit verschiedenen Partnern zusammen.Wir stellen unsere Verteilzentralen sozusagen als Labor und Plattform zur Verfügung", sagt Schuppe. Eine Herausforderung seien hierbei die Schnittstellen zwischen Lagertechnik, Robotik und den Informationssystemen, hier fehle noch übergreifendes Know-how. Doch die guten Erfahrungen in der Automobilindustrie und anderen Branchen stimmen Schuppe optimistisch. Sie zeigen, dass es funktioniert." 

Foto: Fotolia/phonlamaiphoto

Weitere Informationen: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.manor.ch