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Im automatisierten Lager von Bike 24 kommen Picking-Roboter zum Einsatz. (Foto: Hörmann Logistik)
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Supply Chain  |

Mehr Ware auf weniger Fläche

Der Onlinehandel boomt. Damit stoßen viele Unternehmen, die entweder als Pure Player im E-Commerce aktiv sind oder sowohl stationär als auch online verkaufen, an die Grenzen ihrer Lagerflächen. So auch das Unternehmen Bike 24 in Dresden.

Zu Bike 24 gehören zwei stationäre Geschäfte. Den weitausgrößten Teil des Umsatzes macht man jedoch online. Auf gut 20.000 qm Service- und Logistikflächen lagert das Unternehmen 900 Marken, 95.000 Produkte und 220.000 Lagereinheiten. Aktuell beschäftigt man rund 300 Mitarbeiter. Pro Jahr werden rund 700.000 Pakete weltweit versandt.

„Ein Kommissionierer legte bislang täglich eine Strecke von 10 bis 15 Kilometer zurück. Wir suchten eine Lösung, bei der sich die Ware zum Mann anstatt der Mann zur Ware bewegt. Außerdem sollte am bestehenden Standort mehr Ware auf weniger Fläche gelagert werden können, um die Notwendigkeit eines Umzugs zu vermeiden“, erläutert Tim Armbrust, Finanzvorstand von Bike 24.

Es ging darum, eine skalierbare Erweiterung auf gleicher Lagerfläche zu erreichen, mit:‚‚

  • unveränderter Personalstärke
  • ‚‚höherer Sortimentsbreite‚‚
  • x-facher Skalierbarkeit des Versandvolumens
  • ‚‚verbesserter Liefertreue und Geschwindigkeit‚‚
  • erhöhter Pickgeschwindigkeit‚‚
  • Optimierung der Logistikprozesse im Lager

Aufeinander gestapelt

Bike 24 entschied sich für das Lagersystem „AutoStore“ des norwegischen Anbieters Hatteland. „Auto Store“ mit genormten Kisten, die in einem Würfel gestapelt sind, wird durch Roboter gesteuert. Bei Bike 24 kommen 56 Roboter zum Einsatz. Der „Lager-Würfel“ umfasst 32.600 Kisten. Diese können zu 11 Aus- und Eingabe-Ports bewegt werden, wo die Behälter be- und entladen werden.

Akkubetriebene Roboter fahren auf dem Raster der Konstruktion und entnehmen mit einem Greifer nach den Vorgaben des Lagerverwaltungssystems die gewünschten Kisten. Möglich ist auch ein Multiorder-Pick. Dabei erledigt ein Roboter mehrere Pick-Aufträge gleichzeitig. Die eingelagerten Artikel können bis zu 60 cm groß und bis zu 30 kg schwer sein. Ware mit hoher Nachfrage wird oben gelagert.

Die Pick-Kisten werden gestapelt und von Roboterarmen bewegt. (Illustration: Bike24)
Die Pick-Kisten werden gestapelt und von Roboterarmen bewegt. (Illustration: Bike24)

Beim Picken einer Kiste, die sich in einem unteren Bereich des Würfels befindet, hebt der Roboter die darüber liegenden Kisten ab und setzt diese auf einem freien Raster ab und stellt sie nach dem Pickvorgang wieder zurück.

„Beim Ausfall eines Roboters fährt dieser an eine Docking-Station und meldet sich zurück, wenn der Fehler behoben ist. So muss die Anlage nicht komplett runtergefahren werden“, erklärt Jan Andreas Daske, Leiter Geschäftsfeldentwicklung beim IT-Anbieter Salt Solutions, Dresden, dessen Lagerverwaltungs-Software „LogBase“ bei Bike 24 zum Einsatz kommt. „LogBase“ steuert und überwacht die Prozesse im Bike 24-Lager und übermittelt die Kommissionierlisten an das „AutoStore“-Kontrollsystem.

Die Lagerfläche konnte dadurch laut Bike 24 um mehr als die Hälfte reduziert werden. Wie es weiter heißt, lässt sich zudem der Energieverbrauch der Regalbediengeräte um bis zu 98 Prozent reduzieren. „Bike 24 hat eine mitwachsende Lösung realisiert. Das ‚Auto Store‘-System kann beliebig erweitert werden und auch in ein neues Gebäude umziehen, und das Lagerverwaltungssystem ,Log Base‘ kann an neue oder erweiterte Geschäftsprozesse angepasst werden“, so Daske.

Foto: Hörmann Logistik
Illustration: Bike 24

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